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1945 bis 1949

Der totale Zusammenbruch 1945 forderte auch auf dem Gebiet der Pferdehaltung, der Pferdezucht und des Pferdesports seinen Tribut. Männern die sich in uneigennütziger Weise aus Liebe zum Pferd die Ausbildung am Pferd betrieben hatten, mussten sich vor den Spruchkammern wegen Unterstützung des Nationalsozialismus verantworten.

Jede Betätigung auf diesem Sektor wurde von der amerikanischen Besatzungsmacht verboten.

1949 bis 1951

Inspiriert durch das Neuerwachen des Pferdesports in Norddeutschland, kam es auch in Franken zu Versuchen den "Dienst am Pferd" neu auf zu bauen. Besondere Verdienste erwarb sich dabei der 1949 aus der Gefangenschaft heimgekehrte Reit- und Fahrlehrer Kapp, der mit Genehmigung des damaligen Zuchtleiters für Franken Dr. Meller - Ansbach - Wanderlehrgänge in den fränkischen Regierungsbezirken durchführte.

Dies gab den Anstoß zur Wiedergründung der Reit- und Fahrvereine. Bis 1950 wurden bereits 7 Lehrgänge mit 167 Teilnehmern durchgeführt. In diesem Jahr kehrte auch Landstallmeister Fischer an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Als besondere Förderer des Pferdesports in dieser Zeit, traten Herr Dir. Käppel aus Münchberg, Herr Reg.Vet.Rat Dr. Rupprecht aus Coburg, Frhr. v. Imhoff-Coburg, Herr Dr. Wagner aus Gunzenhausen, Herr Fabrikant Hoffmann aus Windsheim, Landwirt Eichner aus Uffenheim, Dr. Heinrich aus Seligenstadt, die Gebr. Kohlhepp aus Bad Kissingen, Gutspächter Heil vom Gut Gieshübel bei Würzburg und S. D. Albrecht Fürst zu Castell-Castell hervor. Landstallmeister Fischer, Dr. Meller und Reitlehrer Kapp befassten sich mit Nachdruck um den Aufbau der alten Organisation.

Im Dezember 1950 wurde in Nürnberg eine gut besuchte Versammlung abgehalten. Dabei wurde ein Arbeitsausschuss zur Förderung der ländlichen Reit- und Fahrvereine ins Leben gerufen. Ihm gehörten 3 Mitglieder aus Unterfranken, je 2 Mitglieder aus Ober- und Mittelfranken an. Der Ausschuss arbeitete ehrenamtlich. Ende 1951 bestand diese lose Vereinigung bereits wieder aus 28 Vereinen. In diesem Jahr wurden in Franken bereits 25 Pferdeleistungsschauen und 7 Lehrgänge mit 84 Teilnehmern abgehalten.

1. Vorsitzender S.D. Albrecht Fürst zu Castell-Castell, 1952 bis 1968

Der Arbeitsauschuss berief im März 1952 zur Vorbereitung einer "Gründungsversammlung" sämtliche Vereine nach Würzburg ein. Diese Veranstaltung wurde durch das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, der Länderkommission, den fränkischen Bezirksregierungen und den Pferdezuchtorganisationen unterstützt.

Einstimmiger Beschluss war die Wiedergründung des "Verbandes der ländlichen Reit- und Fahrvereine" mit Sitz in Ansbach. Alle 28 Vereine schlossen sich dem Verband an. S. D. Fürst zu Castell-Castell wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ende 1952 zählte der Verband bereits 36 Mitgliedsvereine. Auf Grund der veranstalteten Lehrgänge und Pferdeleistungsschauen nahm der Verband eine erfreuliche Entwicklung. 1953 war die Zahl der angeschlossenen Vereine bei 42. Im fränkischen Land wurden 30 Pferdeleistungsschauen mit großem Erfolg abgehalten.

Auch die Neuaufstellung der Schule wirkte sich sehr günstig aus. Es wurden 9 Reit- und Fahrkurse mit 132 Schülern abgehalten und 77 Reitabzeichen sowie 53 Fahrabzeichen abgelegt. Die Staatliche Schule Achselschwang wurde aufgelöst, der Reit- und Fahrlehrer Georg Fischer wurde nach Ansbach versetzt und zeigte sich neben dem Reitlehrer Kapp als eine wertvolle Kraft. Nach Verlegung des Gestütsbetriebes nach Schwaiganger wurde Martin Zorn an die Schule abgestellt und war seit 1954 neben Fischer als Ausbilder tätig. Landstallmeister Fischer ging in den Ruhestand, die Position des Verbandsgeschäftsführers übernahm Direktor Dr. Sonnleitner.

Unter stärkster Konkurrenz konnte die fränkische Mannschaft am Bundeswettkampf in Bonn den 2. Platz belegen. Franken stellte außerdem mit Frhr.v.Butler, Heldritt, den Sieger im Jagdspringen. 1954 war die Anzahl der Mitgliedsvereine 45. Im Jahre 1956 wurde die bisherige Reit- und Fahrschule Ansbach als Fachschule anerkannt. Mit der Abhaltung von Ausbildungskursen für Reitwarte und Reitlehrer, sowie Testkurse für Bereiterlehrlinge übernahm die Fachschule zusätzliche Aufgaben.

Als Nachfolger von Dr. Sonnleitner kam 1958 Dr. Oscar Riel nach Ansbach. Bis 1963 wuchs die Anzahl der Mitgliedsvereine zwar verhalten, aber kontinuierlich weiter. Ende des Jahres zählte der Verband 60 Mitgliedsvereine mit knapp 5000  Mitgliedern. Es erfolgte die Umbenennung des Verbandes in "Verband der Reit- und Fahrvereine Franken e. V." Die Schule nahm weiterhin eine gute Entwicklung. Es musste das Internat erweitert werden, der Bedarf an Schulpferden wuchs, die Anforderungen an Lehrpferde und Lehrpersonal steigerten sich bis Kl. M. Das Pferd wurde in der Landwirtschaft wegen der ständig ansteigenden Motorisierung zurückgedrängt. Pferde und damit Reitpferde waren nur noch in Vereinen oder bei ausgesprochenen Liebhabern zu finden.

Die Verbandsarbeit, die sich bisher schwerpunktmäßig mit der Ausbildung der ländlichen Jugend am Pferd und für das Pferd auseinander setzte, musste sich einer neuen Herausforderung stellen. Die Tendenz des Pferdesports entwickelte sich eindeutig in Richtung des Leistungsports. Für die Vereine wurde die Ausbildung der Ausbilder maßgeblich vorangetrieben. Man bildete Hilfsreitlehrer aus, Ausbildungslehrgänge für Amateurausbilder wurden verstärkt angeboten. Die intensive Verbandsarbeit unter der Führung ihres Vorsitzenden im ganzen fränkischen Land fand ihren Widerhall. So konnte im Jahr 1968 die Anzahl der Mitgliedsvereine auf 80 mit 8333 Mitgliedern ansteigen.

Nach 16-jähriger richtungweisender ehrenamtlicher Tätigkeit für den Verband trat im März 1968 S. D. Albrecht Fürst zu Castel-Castell von seinem Amt als 1. Vorsitzender zurück. Im war zu es verdanken, dass das Gebrauchspferd auf der Reitbahn zum sportlichen Erlebnis wurde. Einer Sportart, die unendlich viel Mühe und Einfühlungsvermögen erfordert, war in Franken der Durchbruch gelungen. Dem Verband der ländlichen Reit- und Fahrvereine war der Übergang zum Verband der Reit- und Fahrvereine Franken e. V. und damit zum Sportverband geglückt.

Bei den Neuwahlen anlässlich der Jahreshauptversammlung in Elfershausen bestimmten die Mitglieder Dr. Kurt Rupprecht aus Coburg zum 1. Vorsitzenden, S. D. Albrecht Fürst zu Castell-Castell wurde Ehrenvorsitzender.
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Letzte Aktualisierung am 17.05.2009  |  Email: info@pferdezentrum-franken.de
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