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| 75 Jahre Verband der Reit- und Fahrvereine Franken e.V. - 25 Jahre LLZ Reiten Nordbayern | Schon 1922 dachten weitsichtige Pferdefreunde über die Gründung eines "Verbandes der ländlichen Reit- und Fahrvereine Frankens" nach. Männer wie Freiherr von Imhoff-Coburg, Ök.Rat Puth, Moritzbrunn bei Eichstätt, Ök.Rat Heil, Gut Gieshübel bei Würzburg, Landstallmeister Stoeber, Ansbach und Ök.Rat Haiger, Kammerstein waren der Motor für die spätere Verbandsgründung.
Als erste Maßnahme wurden in den fränkischen Regierungsbezirken 14 Tage dauernde Kurse mit Reit- und Fahrausbildung zur Förderung der Pferdehaltung mit Abschlussbesichtigung abgehalten. Oberstabsinspektor Hofbauer, ein ehemaliger Beamter des königlichen Marstalles, nahm sich dieser Lehrgänge an. Eine Folgerung dieser Kurse war die Gründung von Reit- und Fahrvereinen in den fränkischen Regierungsbezirken.
Am 29.12.1925 wurde in Würzburg der "Verband der ländlichen Reit- und Fahrvereine des Gestütsbezirkes Ansbach" gegründet. Damals schon wurde eine enge Zusammenarbeit mit den Zuchtorganisationen in der Satzung festgelegt. |
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| 1. Vorsitzender Landstallmeister Stoeber, 1925 - 1928 | Dem Verband traten 1926 11 Vereine, 4 aus Mittelfranken, 5 aus Unterfranken, 2 aus Oberfranken bei. Am 12. September 1926 fand die 1. Bay. Reiterstafette von Coburg nach Weißenburg und am 6. November das 1. Turnier in Bad Kissingen statt. 1927/1928 traten dem Verband weitere 7 Vereine bei. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren die vielen Außenlehrgänge des Verbandes.
Der Gedanke zur Gründung einer Schule wurde durch den 1. Vorsitzenden betrieben. Da man eine Anbindung an das Landgestüt für sinnvoll hielt, sollte der Schulort Ansbach sein. Im Februar 1928 schied Landstallmeister Stoeber aus. |
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| 1. Vorsitzender Kom.Rat Brauereibesitzer Hürner, 1928 | Hürner und der damalige Landstallmeister Settele setzten 1928 die Gründung einer Reit- und Fahrschule durch; Schulleiter war Landw.Rat Fischer. Alle Einrichtungen des Landgestüts wurden, mit Ausnahme in der Decksaison von 1. März bis 30. Juni, der Schule unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
Die Anerkennung der Schule durch das Reichskuratorium in Berlin lag vor, damit waren die finanziellen Mittel zur Bezahlung einer hauptamtlichen Lehrkraft durch den Staat sichergestellt. Im Dezember 1928 trat Kom.Rat Hürner zurück. |
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| 1. Vorsitzender S.D. Karl Fürst zu Castell-Castell, 1928 - 1942 | Bei der Generalversammlung des Verbandes am 15. Dezember 1928 in Bamberg, wurde der in Reiterkreisen bekannte und beliebte Fürst zu Castell-Castell als Nachfolger für den zurückgetretenen Kom.Rat Hürner gewählt. Als Reitlehrer wurde der aus dem Militärdienst des bayerischen Reiterregimentes 17 ausgeschiedene Reit- und Fahrlehrer Simon Treu aus Sugenheim, an der Schule angestellt.
Das Jahr 1929 brachte der Verbandsschule viel Arbeit, die Kurse wurden gut angenommen. Im Mai 1929 fand die 1. Landesstandarte in München statt. 6 fränkische Mannschaften nahmen daran teil. Uffenheim, Bad Kissingen, Weißenburg, Hofheim, der obere Werngau und Würzburg. Neben Dressur, einem Jagdspringen, Fahren und 100 m Lauf und Hochsprung des Reiters im Reitanzug waren die Disziplinen. Ende 1929 hatte der Verband 21 Mitgliedsvereine. 1930 konnte der Verband unter Führung von S. D. Fürst zu Castell-Castell und Schulleiter Fischer eine besonders erfolgreiche Entwicklung verzeichnen.
Es traten weitere 3 Vereine bei, der Verband hatte somit 24 Mitgliedsvereine mit 611 Mitgliedern. Trotz der großen Notlage des Vaterlandes konnte der Verband 1931 eine gute Entwicklung verzeichnen, die Mitgliedsvereine wuchsen auf 30. 1932 treten die ersten politischen Schwierigkeiten auf, der Verband versucht seine Neutralität zu wahren.
Eine Besichtigung der Schule durch das Reichskuratorium verlief positiv. Reitlehrer Treu wurde zum Zolldienst eingezogen. Nachfolger war ein Unterwachtmeister Dürsch, auch der am Gestüt eingesetzte Sattelmeister Pirmann fungierte als Reitlehrer. Eine erneute Besichtigung durch das Reichskuratorium verlief sehr befriedigend. 1933 lief die Schule trotz großer politischer Umwälzungen auf vollen Touren. In Uffenheim fand der Verbandswettkampf statt, man zählte 12.000 Zuschauer. Schwere Eingriffe der NSDAP brachten große Umwälzungen im Verbandsgeschehen.
Aus den ländlichen Reit- und Fahrvereinen wurden SA Reiterstürme, aus den städtischen Vereinen SS Reiterstürme. Das Fortbestehen des Verbandes in seiner bisherigen gewachsenen Form wurde illusorisch. Der durch Fürst zu Castell-Castell geprägte Verband rief bei den ländlichen Vereinen Ablehnung gegenüber der neuen Organisationsform hervor. Man versuchte offiziell die alte Verbandsstruktur zu erhalten. 1934 löste sich der Verband faktisch auf, da SA und SS das ganze Feld beanspruchten. Die Schule in ihrer bisherigen Ausprägung blieb erhalten, sie wurde vom Reichsbeauftragten für den "Dienst am Pferd" übernommen.
1936 wurde für den ausgeschiedenen Reitlehrer Dürsch der aus dem Polizeidienst ausgeschiedene Reitlehrer Kapp an der Schule angestellt. Dieser versah seinen Dienst bis zur Einberufung 1939 zum Kriegsdienst. Die SA Reiterei verlor wegen ihrer wehrpolitischen Ausrichtung unter den Mitgliedsvereinen immer mehr an Boden. Fürst zu Castell-Castell konnte dies lange Zeit ausgleichen. Castell trat schließlich von seinem Amt als SA Reitergruppenführer zurück.
Der Kriegsausbruch 1939 beeinflusste schließlich den Verband und die Schule. Obwohl durch Obersattelmeister Pirmann und Gestütsoberwärter Herold der Betrieb bis 1942 aufrechterhalten wurde, musste in diesem Jahr mangels Kursteilnehmer eine Auflassung der Schule durchgeführt werden. An der Schule wurden von 1928 bis 1942 in genau 100 Kursen 1611 Schüler ausgebildet. |
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