Geschrieben von Reiterzentrum Franken
| Freitag, 16 Dezember 2011
|
Schwung und Versammlung: Nur zusammen geht’s Reitmeister Dolf-Dietram Keller beim PM-Seminar im
Pferdezentrum Franken Zum PM-Forum hatten die bayerische PM-Delegation mit Jacqueline
Schmieder an der Spitze und der Verband der Reit- und Fahrvereine Franken e.V.
am 3. Dezember 2011 ins Pferdezentrum Franken nach Ansbach eingeladen.
Reitmeister Dolf-Dietram Keller reiste aus Hamburg an, um den 164
Forumsbesuchern die Ausbildungskriterien Schwung und Versammlung näher zu bringen.

Drei kurzweilige Stunden demonstrierte Keller mit den fränkischen Kaderreitern
Julia Dunz und Jan Disterer und ihren Pferden wie man die Schwungentfaltung und
die Versammlungsbereitschaft fördert. Alle drei vorgestellten Pferde beherrschten
die Dressurlektionen der schweren Klasse und die Reiter erhielten ein dickes
Lob für die hervorragende geleistete klassische Grundausbildung der Vierbeiner.
Das ineinandergreifen der verschiedenen Kriterien der Ausbildungsskala
beherrschten diese Pferde aus dem „ff“ und präsentierten sich ausdrucksstark
und mit überwiegend positiver Körperspannung.
Am Anfang der drei Unterrichtseinheiten stand selbstverständlich
immer das Warm-up der Pferde. Nach 15 bis 20 Minuten Schritt folgte das Lösen
des Pferdes im Trab und im Galopp mit vielen Übergängen. Funktioniert dies,
kann bereits ein fliegender Wechsel abgefragt werden. Reagiert das Pferd
positiv, d.h. es nimmt die Hilfen an, beginnt die eigentliche Arbeit. Ist das
Zusammenspiel von Reiter und Pferd noch nicht optimal wird weiter an den
Übergängen gearbeitet bis beide soweit sind. Oberstes Gebot um die gewünschte Durchlässigkeit
zu erhalten ist nach Keller die Zusammenarbeit zwischen Reiter und Pferd. Ein sehr
wichtiger Faktor um die Schwungentfaltung und Versammlungsmöglichkeiten des
Pferdes zu fördern ist die notwendige Kraft. Diese muss analog dem Hanteltraining
beim Menschen langsam im konsequenten Training aufgebaut werden. Keller führt folgendes
Beispiel an: Eine Galopp-Pirouette besteht aus acht Galoppsprüngen. D.h. wenn
in einer Prüfung zwei Pirouetten gefordert werden, sind das bereits 16 Sprünge,
hinzu kommen noch zwei oder drei Pirouetten auf dem Abreiteplatz und schon ist
man bei rund 24 bis 32 Galoppsprüngen mit vermehrter Lastaufnahme, die das
Pferd konditionell bewältigen muss. Keller empfiehlt im Training größer
angelegte Arbeitspirouetten immer wieder zweifach zu drehen um die notwendigen
Kraftreserven zu bilden. Mit viel Ruhe und lockerem Training entwickelt sich
automatisch mit zunehmender Kraft die Arbeitspirouette zur formvollendeten Pirouette
auf dem „Teller“. Anschließend läßt Keller seine Schüler für die
Schwungentfaltung fliegende Galoppwechsel reiten. Nur wenn das Pferd
entsprechend schwungvoll geht, springt es die Wechsel durch. Eine hervorragende Lektion für die Entwicklung von Schwung
und Versammlung in der Trabarbeit ist die Traversale. Hierbei werden
abwechselnd die Tragkraft und die Schwungentfaltung gefragt. Reitmeister Keller
empfiehlt folgende Übung: Das Wechseln zwischen Traversale und Trabverstärkung
auf der Diagonale. Diese Übung kann auf einer Diagonalen ca. zwei bis drei Mal
wiederholt werden. Funktioniert das, können bereits auch verkürzte Trabtritte
mit dem Endziel „Piaffe“ in Angriff genommen werden. Dabei unterstützt Keller Pferd
und Reiter mit einer Touchiergerte vom Boden aus. Nur mit vertrauensvoller
Zusammenarbeit zwischen Pferd, Reiter und Ausbilder kann die Piaffe korrekt mit
Vorwärtstendenz und nicht als „Angst auf der Stelle“ gelernt werden. „Mit
Geduld reduziert man die Länge der Trabtritte des Pferdes von einem Meter auf
70cm zum 50cm Tritt und weiter“ gibt Keller den Seminarteilnehmern als Tipp mit
auf den Weg. „Nie zu viel auf einmal fordern, das blockiert. Und wenn es gut
war, loben!“ - Reitmeister Keller hat für diesen Fall immer einen Zucker in der
Tasche. Viel Input bekamen die begeisterten Besucher in Ansbach. Jutta
Leitherer, Vorsitzende des Verbandes der Reit- und Fahrverein Franken e.V.
dankte für die hervorragende Demonstration, die Dolf-Dietram Keller gemeinsam
mit den fränkischen Kaderreitern, zu diesem nicht einfachen Thema präsentiert hat. |
Letztes Update: (Freitag, 16 Dezember 2011)
|